Wut im Fuß

 

Ein Ohrenzeugenbericht

 

Schüsse auf Menschenmenge in New Orleans, Diktator Kim feuert Verteidigungsminister, Frankfurt Spitzenreiter in Kriminalitätsstatistik, Rassismus-Skandal in Italien. Und in der Freizeitliga Havelland-Mitte Staffel B empfing am Montag, 13. Mai 2013, BSG Spielverständnis die Zweite Mannschaft aus Wilhelmshorst.

 

 

Der Klügere gibt nach? Ja, wo kämen wir denn da hin! Zitat ist nicht vom Autor, sondern vom Publizisten Johannes Gross. Gut, dass die Potsdamer nicht nachgegeben haben und ihr Spiel gegen überehrgeizige Mittelmärker souverän gewannen. Dass die BSG gegen einen Qualifikanten für die Endrunde siegten, endlich nach langer Zeit Punkte gegen ein Team aus der Ligaspitze holten und sogar in Führung gingen – sehenswerter Kopfballtreffer von Ex-Keeper und Neu-Neuner Kay nach Flanke René – das alles passte zu dieser brisanten Partie. Der Rückstand zur Pause – längst Normalität in Punktspielen der Potsdamer. Die furiose Aufholjagd – da reicht der Verweis auf das Zitat oben. Die Abwehrarbeit – kompromisslos und hart; der Gegner sprach anschließend von „Unsportlichkeit" und „mangelnder Fairness", deutete „Sportinvalidität" an, sogar „Vorsatz" – na, dann viel Erfolg in den angestrebten Niederungen des unterklassigen Amateurfußballs, die Luft dort wird eine andere sein als im Kuschelbiotop Freizeitliga.

 

Aber wie heißt es so schön: Fußball steht für Integration und Toleranz. Und da fällt mir die Dialektik Slavoj Zizeks ein, der sinngemäß meinte: „Meine Theorie besagt, dass das, was wir heute Toleranz nennen, eine Erscheinung ihres exakten Gegenteils ist. Toleranz bedeutet: Belästigt mich nicht. Und belästigt mich nicht bedeutet: Komm mir nicht zu nahe. Was wiederum ganz exakt bedeutet: Ich toleriere nicht deine Anwesenheit!".

 

Kann man so stehen lassen.

 

 

BSG Spielverständnis Potsdam gegen SV Wilhelmshorst 01 II: 5 : 3


Aufstellung: Robert – Andreas – Kay – Klaus – Maik – Mike – Christoph – Frank – Steffen – René – Dominik – Guido – Uwe
Schiedsrichter: Doc Uwi, die Pfeife Gottes
Getränkeservice: „Astra-Kulturbrauer Andreas"

Oberschichtenkriminalität

 

BSG unterliegt Akademikernachwuchs

 

Niederlagen schmerzen. Moderne Liebe verzeiht: Wir spielen in der Liga, die wir uns leisten können. Hunderttausend Piefkes werden in London einfallen; noch im Mai, dem Monat der Kapitulation, wenn in London mit Lüdenscheid-Nord und München-Grünwald zwei germanische Fußballvereine um den Merkelschen Großmeistertitel kämpfen. Späte Siege schmecken süß oder wie sagte schon Kamerad Horst Tappert: "Rache schmeckt kalt am besten!". Und das ohne Panzer. Die haben wir alle verkauft, nach Syrien.

 

Zehntausend Dinge hat jeder Deutsche im Durchschnitt. Für eine Niederlage gegen die Studenten braucht die BSG nur ein Ding. Egal, sind ja alle erwachsen!

 

Bemerkenswert - es gibt bei der BSG einen sportlichen Wettkampf um die Torwartposition. Nein, nicht Robert gegen Kay. Mike und Klaus haben Ansprüche angemeldet. Kahn gegen Lehmann. Neuer gegen Adler. Unger gegen Zacher. Das hat Tradition. Auch im Karli.

Gestern hatte Mike die Nase leicht vorn. Drei Dinger für Mike, vier Dinger für Klaus. Die zweite Halbzeit haben wir somit 4:3 gewonnen. Die erste 1:4 verloren. Und dann der Brüller des Abends - die Studenten vergessen ihre Taktiktafel in der Dusche! Das wäre unter Rommel nicht passiert. 

 

Ich KRACH Dir eine!klaus

Zwei Debütanten: Claus pfeift und lässt die erwartete Rote gegen Andreas stecken; Dominik spielt erstmals im BSG-Rot: Herzlich Willkommen in der Freizeitliga. Und irgendwann in der Dunkelheit kam dann das Taxi, 22.15 Uhr, Karl-Liebknecht-Straße, Ecke Concordiaweg.

 

Einen kurzweiligen Spielbericht des UFK findest Du hier:

 

 

BSG Spielverständnis gegen UFK Potsdam 08 e.V.: 5 : 7

 

Aufstellung: Klaus/Mike - ESF - Franz - Tom - Kay - Christoph - Guido - Steffen - René - Maik - Dominik - Markus

Getränkeservice: "Klausis Grüne Hülsenfrüchte"
Kamerakind: Franka.

 

 

Monday Bloody Monday

 

BSG deklassiert Blutgrätscher aus Michendorf

 

Sie führen kein selbstbestimmtes Leben, die Verteidiger; ihre einzige Aufgabe besteht darin, anderen das Leben schwer zu machen, vor allem den gegnerischen Stürmern. Für mehr werden sie nicht gebraucht – das Verteidigerleben, eine mentale Einbahnstraße? Von wegen, in der BSG spielt ein verkappter Vorstopper, der genug hatte von Fremdbestimmtsein und der Abhängigkeit vom Gegner: Hektor, der linke Fuß Gottes. Nach kurzer innerer Emigration überkam ihm die Erkenntnis: „Fußball ist Funsportart“, Tore schießen für die Selbstverwirklichung und vor allem: sich endlich emanzipieren, einer von denen werden, die ehemalige Schicksalsgenossen - also Verteidigern - terrorisieren. Hektor als linker Flügelstürmer – ein gewagtes Experiment für das ganze Team der BSG Spielverständnis. (Hek-)Tore – Fehlanzeige, aber zumindest ein wichtiger Assist gelang dem Neu-Stürmer und Alt-Verteidiger, den das Heimweh jedoch immer wieder zurück in die eigene Hälfte zog.

 

 

    Kein neuer Ausbruch des Eyjafjallajökull, sondern einstudierte Choreographie:  

 BSG-Fans nach der Torvorbereitung durch Hektor zum 1:1 (Foto: UwiPressAgency)

 

Sechs Tore erzielten Hektors Sturmpartner, seine nun Ex-Kollegen in der Abwehr ließen lediglich einen Gegentreffer zu. Blutgrätsche Michendorf zählte jahrelang zu den Ligafavoriten, regelmäßig gelang die Qualifikation für die Endrunde in Seeburg. BSG gegen Blutgrätsche: Das ist ein Klassiker in der Freizeitliga B; im November 2006 fand bei Minustemperaturen auf gefrorenem Kunstrasen die erste Partie statt. Doc Uwi und Kay wechselten sich im BSG-Tor ab – sieben Jahre später, im Frühjahr 2013, musste Kay – verletzungsbedingt – den Part des Schiedsrichters übernehmen. Uwi, dessen letzten aktiven Einsatz in einem Ligaspiel selbst die Statistiken nicht mehr erfassen, war in Personalunion Trainer, Fanbeauftragter und Notverstand. Auf dem Platz standen mit Andreas, Guido, Hektor und Tom immerhin noch vier Kicker, die damals dabei waren, als Spielverständnis deutlich gegen die Michendorfer unterlag. Im Ligaspiel der Saison 2012/2013 mussten die Gäste aus Potsdam-Mittelmark nun ohne Punkte und mit vielen Gegentoren nach Hause fahren, die Überlegenheit und der Treffer in den ersten zehn Minuten waren letztlich nur Scheindominanz. Das Spiel wurden von beiden Mannschaften fair geführt, Fouls selten gespielt – einmal zum Beispiel bekam ein Blutgrätsche-Spieler einen Schlag auf das „Zwergfell“, auch das unbeabsichtigt.

 

             Rückhalt im Rampenlicht:  BSG-Keeper Robert (Foto: NewsportalESF)

 

 

 

BSG Spielverständnis Potsdam gegen Blutgrätsche Michendorf: 6 : 1

 

Aufstellung: Robert – Andreas – Tom – Maik – Mike – Christoph – Hektor  – Uwe – René – André – Guido
Schiedsrichter: Kay
Getränkeservice: „Plopp & Weg Lichterfelde“

 

 

Platz des himmlischen Frierens*

 

BSG unterliegt Liganeuling

 

 

Der Gegner: „CVJM“ – steht für „Christlicher Verein Junger Menschen“. Umso größer war die Überraschung, türkische Namen wie „Emre“ und „Mahmut“ zu hören. Nun gut, ein „Aaron“ aus der Bibel spielte ebenfalls mit, Aaron ist nun aber auch im Islam einer der Propheten. Wie heißt es doch so schön in der DFB-Imagekampagne: „Integration gelingt spielend“ – bislang dachten die BSG-Verantwortlichen, das bezöge sich auf das Erteilen von Mitspielgenehmigungen für Neu-BSG´ler „U30“. Das Team von CVJM sucht übrigens nach einem neuen Namen: kein eigener Platz, nun bald verstoßen aus dem Schoß der Kirche, (was sagt eigentlich Franz dazu, also nicht unser, sondern der vom Tiber?) – war´s das für CVJM nach nur einem Jahr Freizeitliga - Halleluja.

 

Das Spiel: Spaßfußball mit Frustpotenzial – siehe auch „Das Ergebnis“ und „Das System“. Lag auch am Gegner – viel Kiezdeutsch, noch mehr Humor und dazu Kommandos wie „Halt die Beine zusammen!“, das alles in Kombination mit guter individueller Technik und noch mehr Enthusiasmus – positiv formuliert. Weitgehend faires Spiel, abgesehen von einer dramatischen Szene mit Kay und einem CVJM-Spieler als Protagonisten in Halbzeit zwei: Interpretationsvorschläge: „sauber den Ball gespielt“ oder „vorsätzliche Körperverletzung in Tateinheit mit Diebstahl (Ballwegnehmen)“.

 

Das System: Viele Spielertrainer, wenig Ordnung in der Mannschaft; mal tief stehend, dann wieder hoch aufgerückt, Raum- versus Manndeckung, Wechsel vom 3 - 3 zum 1 - 5 : könnte man als „ausgesprochen flexibel“ auslegen, sah alles jedoch nach Feldversuch zur Bestätigung der Chaostheorie aus, gerade in der zweiten Halbzeit wirkte die BSG Spielverständnis unfreiwillig omnipräsent.

 

Der Platz: Während Mannschaften wie die Patenbrigade vom SVB 03 wegen ausgefallener Spiele ihre Urlaubsplanungen überdenken müssen, rollt in der Freizeitliga das runde Liga – trotz des Jahrtausendwinters. Ungeachtet der sibirischen Temperaturen verzichteten André und Christoph auf Strumpf- und Unterhosen; die Großväter wären stolz auf ihre Jungs gewesen. Der Platz selbst war in tadellosem Zustand, ein wenig hartgefroren – gut für die Ballbeschleunigung.  

 

Der Schiedsrichter: Zwei Handstrafstöße gegen die BSG – ein Novum. Ob berechtigt oder nicht: Der, der das hätte beurteilen können, entspannte sich nach erfolgreichen Tierquälversuchen und der ermüdenden Suche nach der Weltformel auf der Wohnzimmercouch und genoss dort das (nicht-)versprochene Geburtstags-Oettinger. Offizielle Begründung für sein Fernbleiben: siehe BSG-Onlineforum unter „Freizeitliga - CVJM zu Gast an 25.03.“, User „Uwi“.

 

Das Knie: Erste Selbstdiagnose „Kreuzbandriss“, die wurde Tage später vom Profi korrigiert in „Habituelle Subluxation der Patella“: Christophs Knie hielt sogar härtesten Tritten und Schüssen stand. Die zwei Mal vierzig Minuten waren für den einzigen Innenverteidiger und späteren Mittelstürmer kein Problem, nicht mal konditionell. Ein paar Schwierigkeiten mit dem Gegner gab es; aus dem interkulturell-verbalen Diskurs heraus, kam aber nicht zum  „Clash of Civilizations“ wie anno Bosporus.

 

Der Torwart: Gut im Eins-zu-Eins, ein paar leichte Orientierungsschwierigkeiten – Klaus war wohl die Überraschung. Ein würdiger Ersatz für Familienvater Robert, Kays Karriere zwischen den Pfosten scheint nach diesem Spieltag beendet. Als Feldspieler kann er nun endlich durchstarten (S. auch unter „Das Spiel“).

 

Das Ergebnis: Drei-Null geführt, dann der Kompletteinbruch, trotz später zwischenzeitlichen Ausgleichs. Viele Tore, das heißt: Offensive top, hingegen die Defensive – nun, der Autor ist befangen, also keine weiteren Ausführungen dazu.

 

 

BSG Spielverständnis Potsdam gegen CVJM Potsdam: 7 : 9

 

Aufstellung: Klaus – Andreas – Frank – Christoph – Steffen – Mike – Tom – Kay - Maik – Léon – André
Getränkeservice: „Arctic Monkeys Michendorf“

 

*Hinweis: Das ist ein satirischer Beitrag: Sollten Sie sich beim Lesen in Ihrem persönlichen Empfinden gestört fühlen, dann bitten wir Sie hiermit um Entschuldigung. Mea culpa.

 

 

Tabelle

 

Für alle Interessierten hier mal ein Zwischenstand. Erster können wir nicht mehr werden.

 

1. Sportfreunde Neuseddin            15       86:18  45
2. Wir können auch anders            11      68:26  27
3. ESV Lok Potsdam Freizeit        14     116:42  26
4. UFK Potsdam 08 Freizeit          13       55:33  26
5. SV Wilhelmshorst 01 II              12       66:50  22
6. SV Wilhelmshorst 01 I               12       46:56  17
7. BSG Spielverständnis                13       54:52  14
8. Tartaner Potsdam                      13       42:43  14
9. CVJM Potsdam                         11       37:83  12
10. Juventas Crew Alpha-Freizeit    13       49:87  10
11. Blutgrätsche 96                       12       25:44    8
12. SG Schenkenhorst Freizeit      13       18:128  0

Punktspiel CVJM

 

Punktspiel gegen den Christlichen Verein Junger Menschen

 

laut Spielplan findet am Montag unser Heimspiel gegen den CVJM statt. Wir sind noch am klären, ob unsere Gäste kommen.

 

Also bitte die Uniform nicht vergessen.

 

der Platzwart

Frühblüher

 

BSG startet erfolgreich in die Rückrunde

 

Am Sonntag, ab 11.07 Uhr, auf den Schenkenhorster Alpen, direkt an der geöffneten und sonnigen Dachsparrenhütte mit ihrem konkaven Dachstuhl, besiegte die BSG Spielverständnis Potsdam den SSV Schenkenhorst mit 6 zu 2 Toren (4 zu 1): Ein Sportplatz in den Bergen oder Berge auf dem Sportplatz? Egal – Berge und Täler auf kurz geschnittenem Rasen egalisierten das Aufbau- und Kombinationsspiel beider Teams.

Dass die Platzherren mit dem Biogeläuf noch schwerer zurechtkamen als ihre Gäste, verwunderte, dennoch bekam auch Schenkenhorst immer wieder die Gelegenheit, in das BSG-Tor zu treffen. Doch die Mittelmärker waren überrascht und konnten mit den Geschenken wenig anfangen – bis Kay ein einsehen hatte und statt einer seiner Glanzparaden zwei Torschüsschen als verfrühte Ostereier sanft hinter die Torlinie legte. Die Stimmung wurde durch diesen Coup tatsächlich besser – nun freuten sich auch die auch weiterhin punklosen Schenkenhorster. Die zwei Tore von C–Claus, vier von Andre und natürlich auch das Debüt von Maik und K-Klaus brachten der BSG den ohnehin wohl nie gefährdeten Sieg.

 

Hinten in Unterzahl dicht stehen, vorn ab und zu den Ball ins Tor schießen – das war auch diesmal die erfolgreiche Taktik der BSG.

 

SSV Schenkenhorst gegen BSG Spielverständnis Potsdam: 2 : 6

 

Aufstellung: Kay – Andreas – Hektor – Tom – Klaus – Maik – Markus – Christoph – Claus – André
Getränkeservice: „Andreas´ Frühschoppen-Oase mit angeschlossener Saunalandschaft – Die Nummer eins in Potsdam-Mittelmark!"