BSG muss Punkte teilen

 

Gehet hin und vermehret Euch!“ sang Schlagerbarde und Vielfachvater Udo Jürgens: Am ersten Spieltag noch auf der Liste vom Aussterben bedrohter Mannschaften, kamen zum Heimspieldebüt zwei Dutzend BSG´ler – „Big red run“ am Karl-Liebknecht-Stadion. Seit fast drei Jahren endlich wieder dabei war auch „unsere Nummer Sieben“: Sven, mit weniger Kondition und noch weniger Tonsillen im Rachen als damals. Übrigens: Seine Hoffnung, die verschwindend kurzen Nocken an den Schuhen wären in dieser Zeit nachgewachsen, zerschlugen sich schon nach ersten Sprint- und Grätschtests.

 

Spiele gegen das Team aus Wilhelmshorst sind Klassiker der Freizeitliga – und ein Praxisbeispiel für erbarmungslosen Sozialdarwinismus: Hopp oder Top, Sieger oder Verlierer. Auch wenn das Spiel unentschieden endete: Die Potsdamer fühlten sich bei diesem Ergebnis wie nach einer Niederlage. Die BSG ist wie eine Wundertüte, man weiß vorher nie, was raus kommt (Zitat in Anlehnung an Oberturbine Bernd Schröder) – zu viele Spieler im Kader führten in Partien zuvor zu wilden Wechseln, großer Unruhe und Gegentoren. Doch diesmal klappte es – Partnertausch ohne Eifersuchtsdramen, das schaffen nicht mal die Van-der-Vaarts.

 

Das Spielsystem gegen die Gäste aus der beschaulichen Heimat des BSG-Torwarts wie auch vom urlaubenden Doc war diesmal offensiv ausgerichtet – mit hängendem Sechser, falschen Neuner und klassischer Dreierkette. Beide Teams begannen mit vorsichtigem Spielaufbau und durchaus ansehnlichen Umschaltspiel. Die erste richtige Chance für die BSG bot sich schließlich Christoph, dessen Distanzschuss nur knapp das Gehäuse der Wilhelmshorster verfehlte. Aber dann kam das „Orakel mit dem Regenschirm“ – Claus: kurzer Blick aufs Spielgeschehen, knapper Kommentar zu den Auswechselspielern: „Die schießen jetzt ´nen Tor!“. Und das taten sie auch, nur waren es die Falschen.

 

 Feuchtgebiet Karl-Liebknecht-Stadion: Die BSG-Spieler auch im Wet-Shirt-Contest

 

 

René gelang nach einem Solo über linksaußen die Egalisierung. Und Kay erzielte mit seinem Nasenrücken sogar die Führung, auch wenn man den zu kurz geratenen Gegenspieler aus Kays Perspektive eher in die Kategorie „Bodenfauna“ hätte einordnen können. Nach dem Seitenwechsel machte die BSG weiter Druck, ließ jedoch gute Gelegenheiten liegen, den Vorsprung auszubauen. Bis schließlich nur fünf Minuten vor Schluss ein leicht abgefälschter Schuss aus zehn Metern zum Ausgleich führte. Aber noch einmal hatten die Potsdamer ihre Großchance zum Sieg, die vergaben sie in der allerletzten Spielminute.

 

 

Zitat des Spieltages: „Unser Weg führt nur über die Zukunft." Sebastian Prödl

 

BSG Spielverständnis Potsdam gegen SV Wilhelmshorst 01  2 : 2

 

Aufstellung: Robert – Klaus – Christoph – Hektor – Tom – Franz – Robert W. – Mike – Steffen – Kay – René – André – Sven

Getränkeservice: „Roberts Prohibitionsgesetzesbrause“ & „Kays Potsdamer Steuerschlupfflaschen“