„Tunnelblick – Das Fanmagazin“ - Ausgabe I/10

 Sangria statt Genever

Vier Spielzeiten bestritt die BSG Spielverständnis Potsdam in den Trikotfarben „orange“ und “schwarz“. Ihre beste Saison zeigte das Team 2008/2009, als die BSG die Liga mit Platz vier abschloss. Die anderen Jahre orientierten sich die Oranjes eher nach unten, eine Endplatzierung als Ligaschlusslicht konnten sie immer vermeiden. Verletzungspech und Motivationsprobleme ließen jedoch den Kader von einst zwanzig auf knapp ein Dutzend Stammtrainingsgäste schmelzen. Aber nach einer kleinen Werbekampagne und dank der Überzeugungsarbeit unter Bekannten rekrutierte der Verein jüngst neue Mitspieler. Die von Montag zu Montag länger andauernde Begrüßungszeremonie ist nun oft der Grund für den verspäteten Spielbeginn, nicht mehr das lange Warten auf Spieler, die doch nicht kommen.

Pünktlich mit Beginn der neuen Spielzeit ändert sich die Farbkombination der Jerseys: Aus Holländern werden jetzt Spanier, aus den Oranjes wird die „Furia Roja“. Ein 3-1-2 mit ausflugsfreudigem Torwart, das war bislang die taktische Ausrichtung der BSG, die allzu gern auf das Mittelfeld verzichtete und lieber das direkte Passspiel pflegte, der weite Abschlag mit erhofftem Zwischenstopp des Balls beim Mitspieler ganz vorn. Die neue Farbzusammenstellung „spanisch Rot/katalanisch Blau“ ist mehr als eine kosmetische Maßnahme. Der Farbwechsel bietet die Chance auf eine neue Spielkultur - das Tiki Taka. Können die das denn überhaupt, werden Kenner des BSG-Spielvermögens fragen. Ja, das können sie, die Trainingsspiele haben es gezeigt: das Kurzpassspiel in voller Breite beherrschen die Ex-Oranjes, ihr Mittelfeld ist spielstark. Jetzt, da Montagsspiele wieder gut besucht sind, sollten sie auch hier Tiki Taka spielen. So wie früher auch, beim drei gegen drei.

Eberhard Janotta