Orange Revolution

 

orange

Die neuen Trikots sind da

Frisch bedruckt und bereit für den ersten Einsatz

 

 

 

Schrei vor Glück

 

Guido feiert am 11. seinen 43.

 

Ägypten, Tunesien, Irak. Überall stecken die Demonstranten Schuhe an lange Stangen, die sie dann hochhalten. Ein Zeichen des Protestes. Erinnert sich noch jemand an Said, den irakischen Reporter? An seinen „Schuhwurf von Bagdad“? Wie er beide Schuhe auszieht, ausholt und auf Präsident Bush abfeuert: In der islamischen Welt gelten Schuhe als unrein, an ihnen klebt der Schmutz der Straßen. Das Verhältnis der Muselmanen zu ihren Gehwerkzeugen ist gestört – so sieht es bestimmt Guido, Brandenburgs größter Schuhhändler. Seine Passion sind nämlich Schusters Rappen; in dritter Generation verkauft seine Familie Schuhe. „SchuhBaar“ – eine Institution in Potsdam.

Flotte Sohle, gern mit Pike: Guido, „die Lok“, gegen Lok

 

Guido ist seit dem ersten Trainingsspiel dabei. Zufällig schlenderte er an der alten Brille-und-Bauch-Arena vorbei. Nachdem er einige der BSG´ler aus lange vergangenen Schultagen wiedererkannte, bat er um Aufnahme in den elitären Kreis. Allein schon sein Hertha-Trikot prädestinierte ihn zum Mitkicken. Fußballspielen mit den Sportfreunden von der BSG Spielverständnis genügt ihm nicht: Auch im Judo, Volleyball, Bergsteigen testet er seine konditionellen Grenzen - schnaufend, wie beim Kampf um das runde Leder.

 

Herzlichen Glückwunsch, Guido!

 

 

Halleluja!

 

Christoph feiert seinen 29.

 

In der Erstausgabe vom „llustrirtes Thierleben. Eine allgemeine Kunde des Thierreichs“ von 1862 schreibt Alfred Brehm den Castor fiber mit einem langen I: Bieber. Noch interessanter ist Brehms Hinweis auf ein Körpersekret, das der possierliche Nager abgibt – das Biebergeil. Damit markiert er sein Revier und hält Widersacher ab. Auch Christoph, der Homo sapiens wriezensis, muss sich störender Attacken erwehren, von Gegenspielern auf dem Fußballplatz. Sein Biebergeil jedoch nutzt er ausschließlich für den Aufbau von Sozialkontakten zum anderen Geschlecht.

 

 

 

Bei der Geburt getrennt: Der „Alles-außer-Nationalspieler“ und die „Hände Gottes“

 

Im eigenen Rudel, der BSG, hat sich Christoph längst seinen Platz in der Hierarchie gesichert, dank fußballerischen Könnens und verbaler Durchsetzungskraft. Seit 2008 spielt er für die BSG Spielverständnis; sein Lieblingsverein noch vor Bernds Gurkentruppe, Blau-Weiß Wriezen, SV Babelsberg 03, Manchester City. Einen Beitrag zur Kollektivbildung leistet Christoph übrigens mit der Planung der BSG-Weihnachtsfeiern, als Ein-Mann-OK. Das aktuelle Projekt: die Organisation des „1st. BSG-Summer Happening 2014“.

 

Nicht nur mit den Füßen kann Christoph – im BSG-Kompetenzmaßstab – Außergewöhnliches leisten. Es sind seine Hände, mit denen verdient er Geld und verschafft dabei Mitmenschen wieder unbeschwertes Leben. Ganz im Sinne des Lukas-Evangelium Kapitel 40 Vers 4: „Und als die Sonne untergegangen war, brachten alle ihre Kranken mit mancherlei Leiden zu ihm. Und er legte die Hände auf einen jeden und machte sie gesund.“

 

Alles Gute zum Geburtstag, Christoph!

 

 

Die Katze vom Irissee

 

Robert wird 38.

 

Es ist vielleicht ein halbes Dutzend BSG´ler, das in seiner noch andauernden Ballkarriere die Höhenluft oberklassigen Fußballs schnuppern durfte. Am weitesten entfernt von der Freizeitliga und dem Profifußball ganz nah kickte Robert, unser Stammtorwart aus Wilhelmshorst.

 

 Jung und erfahren gibt es im Fußball nicht. Das gibt es nur auf dem Straßenstrich.“ Und bei der BSG

 

Robert, die Katze vom Irissee, spielte für die BSG erstmals im September 2005. Dank spektakulärer  Paraden und ordnender Stimme kassierten die Potsdamer gegen Svens „Laufgruppe Unsympathisch“ nur knapp über zehn Gegentore. Aber Einsätze für die BSG wurden in den Jahren darauf seltener: Nicht das Jurastudium und der anschließende Aufbau seiner Kanzlei waren der Grund: Die Fortuna aus Babelsberg ließ Robert nicht aus seinem Vertrag.

 

Seit drei Spielzeiten jedoch steht Robert wieder dort, wo er sich in Pflichtspielen am wohlsten fühlt; drei Meter Aluminium in zwei Meter Höhe über sich. Nur im Training zieht es ihn magisch nach vorn, dann genießt er es, den vielen Ersatztorleuten ihre Grenzen aufzuzeigen.

 

Herzlichen Glückwunsch, Robert!

 

 

Kilometerfresser

 

André feiert seinen 34.

 

Zwei Mal quer durch ganz Berlin, alles innerhalb von vier Stunden. Was sonst nur Touristen aus Fernost schaffen, ist für André Teilzeit seiner Freizeitgestaltung. Seit knapp anderthalb Jahren fährt er die Strecke Biesdorf – Potsdam und zurück, gern auch mit dem kleinen Schlenker über Freiwalde bei Cottbus. Für die BSG ist er zum Torgaranten geworden, schon im ersten Pflichtspiel gelang ihm ein Dreierpack. Mit seiner Torausbeute erinnert André nicht nur physiognomisch – zumindest bis zum Kinn – an den agilen Ailton.

 

 In der ersten Reihe: André als Vorstopper für die Fortuna aus Biesdorf

 

Das Tänzeln mit dem Ball optimiert er beim Hallenfußball mit einem simplen Trick. Sein Schuhwerk ist wenig rutschfest und zwingt ihn so zu überraschenden Körperbewegungen. Optimiert hat André auch den Wechsel vom Business- zum Kickeroutfit im Auto: Zeit ist kostbar, wozu sich also nur auf den Straßenverkehr konzentrieren. Und mit dem Tablet-PC lässt es sich während der langen Fahrt auch wunderbar arbeiten.

 

Ach ja, eine Frage spaltet die BSG: „Anndré“ (mit Betonung auf der ersten Silbe) oder doch das frankophile „Andrée“?

 

 

Alles Gute zum Geburtstag, André!